Wie blinde Hunde (und Menschen) mit den Ohren „sehen“ können

Blinde Menschen haben bemerkenswerte Wege gefunden, auch ohne Sehkraft ein hohes Maß an Unabhängigkeit im Alltag zu erreichen. Manche können sogar Fussballspielen oder sicher Radfahren im öffentlichen Straßenverkehr, ganz ohne Begleitperson oder Blindenhund! Eine der faszinierendsten Möglichkeiten, die von blinden Menschen zur Orientierung und Navigation an fremden Orten genutzt wird, ist die sogenannte Klickortung. Diese Technik ermöglicht es ihnen, mithilfe von Schallwellen und Echos ein dreidimensionales Bild ihrer Umgebung zu erzeugen. Ganz ähnlich wie die Fledermäuse und Delfine. Sie „sehen“ die Welt buchstäblich mit den Ohren!

Echolokation erklärt – Die verblüffenden Sinne von Fledermäusen, Delfinen und Co.

Echolokation (auch Bio-Sonar genannt) ist ein Navigations- und Orientierungssystem, das von bestimmten Tieren verwendet wird, um sich auch in vollständiger Dunkelheit oder bei schlechter Sicht unter Wasser zurechtzufinden. Ihre Anwendung durch Fledermäuse, Delfine und einige Wal-Arten ist schon lange bekannt und ziemlich gut erforscht.

Blinde Französische Bulldogge Noa mit BlindSight Dog Sonar in blauen Blumen
Bei der Echolokation erzeugen die Tiere hochfrequente Schallimpulse bzw. Klick-Laute, die auf Objekte in der Umgebung treffen und zurück reflektiert werden. Die reflektierten Echos werden dann von mit darauf spezialisierten Sinnesorganen wie den Ohren oder der Nasenhöhle wieder aufgenommen und interpretiert. Anhand der Zeit, die benötigt wird, um das Echo zurückzuerhalten, und der Intensität und Richtung des Echos, kann das Tier Größe, Entfernung, Form und Bewegung von Objekten in seiner Umgebung einschätzen. Auf diese Weise kann ein Tier mithilfe von Echolokation seine Umgebung „sehen“, auch wenn es dunkel oder trüb ist. Die nachtaktiven Fledermäuse sind Meister der Luftakrobatik und nutzen Echolokation in atemberaubendem Tempo während des Fliegens zum Steuern und Jagen. Sie senden hochfrequente Klicklaute aus, die von ihren Beuteobjekten reflektiert werden. Anhand der zurückkehrenden Echos können sie präzise die Entfernung, Geschwindigkeit und Richtung ihrer Beute bestimmen – Und dann blitzschnell zuschnappen. Delfine verwenden eine äußerst komplexe Form der Echolokation, um selbst kleinste Fische in trübem Wasser zu orten, und im Ozean auch über weite Entfernungen mit ihren Artgenossen unter Wasser zu kommunizieren. Vielen unbekannt ist die Anwendung der Echolokation bei einigen Arten von Vögeln, zum Beispiel dem Östlichen Spatzenbeißer. Diese Vögel senden Klicklaute in Baumhöhlen, um ihre Beute wie Insekten und Larven in schwer zugänglichen Bereichen aufspüren und fressen. Die Erforschung der Echolokation von Tieren hat zur Entwicklung heute unersetzlicher Technologien geführt, die z.B. in Form von Sonarsystemen für die Unterwassererkundung oder in der medizinischen Bildgebung eingesetzt werden.

 

Da stellt sich die spannende Frage: Gibt es Echolokation auch bei Menschen, Hunden oder Pferden???

Was ist Klickortung?

Die Klickortung (oder auch „Klicksonar“ genannt), ist eine Methode der aktiven Echoortung, bei der Menschen durch scharfe Zungenklicks Schallwellen erzeugen. Diese Schallwellen werden von Objekten in der Umgebung reflektiert und als Echos zurückgesendet. Die Ohren nehmen die Echos auf, und das Gehirn interpretiert die Informationen. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass aufgenommene Geräusche nämlich nicht nur im Hör-Bereich des Gehirns verarbeitet werden. Manche Töne, insbesondere Echos, werden vom Ohr auch zum visuellen Cortex weitergeleitet. Also zu dem Bereich, der für die Verarbeitung visueller Signale verantwortlich ist. Diese Fähigkeit ermöglicht es blinden Menschen mit etwas Übung, akustische Informationen in immer detailliertere, dreidimensionale, innere Bilder ihrer Umgebung umzuwandeln. Sie können Hindernisse erkennen und die Struktur ihrer Umgebung erfassen; teils bis zu 200 m Entfernung! Sich sicher in verschiedenen Umgebungen zu bewegen, und ein aktives, sportliches Leben zu führen erhöht die Lebensqualität blinder Menschen ganz erheblich.

Blinde Hunde-Dame Noa mit BlindSight Dog Sonar hochkant

Das Erlernen der Klickortung als (blinder) Mensch

Das Erlernen der Klickortung ist ein Prozess. Erste Erfolge und kleine praktische Alltagserleichterungen durch ihre Anwendung stellen sich oft schon sehr schnell ein. Bis zur mühelosen Präzision ist dann jedoch Geduld und kontinuierliches Übung gefordert. Der erste Schritt besteht darin, gezielt spezielle Zungenklicks zu erzeugen. Diese Klicks müssen klar und scharf sein, damit die reflektierten Echos präzise Informationen liefern können. Ein wichtiger Aspekt des Trainings ist das Verständnis der unterschiedlichen Eigenschaften der Echos. Verschiedene Materialien und Oberflächen reflektieren Schallwellen unterschiedlich. Beispielsweise erzeugen harte, glatte Oberflächen wie Wände oder Türen stärkere Echos, während weiche oder unregelmäßige Oberflächen wie Polstermöbel oder Büsche schwächere und diffusere Echos zurückwerfen. Das Erkennen und Interpretieren dieser Unterschiede ist entscheidend für eine präzise räumliche Wahrnehmung. Basisübungen beinhalten deshalb das Erzeugen von Klicks in einer kontrollierten Umgebung (z. B. Klicken in verschiedene Richtungen neben einer großen Schüssel aus Metall, Porzellan uvm.) und das Anhören der reflektierten Echos. Anfangs kann es hilfreich sein, mit größeren und näher gelegenen Objekten zu üben, da diese stärkere und leichter erkennbare Echos erzeugen. Mit der Zeit können kleinere und weiter entfernte Objekte ins Training einbezogen werden. Zusätzlich zum theoretischen Lernen spielt auch die tägliche Praxis eine wesentliche Rolle. Wer die Klickortung erlernen will wird stets ermutigt, die Technik sofort ins tägliche Leben zu integrieren. Dies kann bedeuten, die Klicks so oft es geht zu verwenden, um sich zu orientieren. Ganz egal ob zuhause, auf der Straße, in bekannten oder neuen Umgebungen. Die häufige Anwendung im Alltag hilft, die Wahrnehmung der Echos, sowie die Interpretation dieser Informationen im eigenen Gehirn stetig weiter zu verbessern. Im Idealfall üben Menschen mit Sehbehinderung diese Technik auch unter Anleitung von erfahrenen Nutzern der Klickortung, oder bei Trainern in speziellen Schulungen. Gute Trainer geben wertvolle Tipps, welche den Lernprozess stark beschleunigen können.

FAKT ist:

JA, auch WIR Menschen können ECHOLOKATION!

Übrigens kann man auch schon mit Kleinkindern mit Sehbehinderung, oder bei beeinträchtigtem Sehvermögen vor vollständiger Erblindung, oder sogar als interessierter sehender Mensch, mit Übungen zur Verbesserung der Wahrnehmung und Nutzung von Echos beginnen. Hier gilt: Je früher, desto besser! Diese Fähigkeiten sind in uns allen angelegt. Wir müssen im lauten Alltag nur lernen, sie zu verfeinern und anzuwenden.

Ganz viele Details zum Einsatz der Klickortung für blinde Menschen insbesondere in Deutschland findet ihr beim Verein „Anderes Sehen“ unter www.anderes-sehen.de

Vivien und die blinde Hündin Noa, der taube Dalmatiner Lucky und Frenchie Quincy

Technische Hilfsmittel für blinde Hunde

Neben der manuellen Klickortung per Zungenklick beim Menschen gibt es auch die Idee technischer Hilfsmittel, die Echolokation unterstützen. Tragbare Sonargeräte sollen Klicklaute erzeugen und die reflektierten Echos in haptische oder akustische Signale umwandeln. Aktuell sind solche Geräte noch in der Entwicklungsphase, werden kaum eingesetzt, und ich konnte über die Nutzung durch blinde Menschen kaum Informationen finden. Hier kommen wir nun aber zum Thema Echolokation bei blinden Hunden.

Blind Sight Dog Sonar für blinde Hunde

Von zufälligen Beobachtungen zur Erfindung: Hunde können Echoortung!

Paul Probst, Erfinder des BlindSight schrieb über die Entstehung seines Gerätes Folgendes:

In den frühen 80er Jahren war ich ein häufiger Besucher in der Shining Rock Gegend in North Carolina, einem sehr beliebten Gebiet für Wanderer und Backpacker. Zu dieser Zeit gab es dort noch keine nennenswerte Lichtverschmutzung, und es herrschte oft starke Bewölkung vor. Bei Neumond gab es infolge praktisch KEIN LICHT! In solch undurchdringlicher Dunkelheit sind Menschen ganz offensichtlich blind. Ich fragte mich immer erstaunt, warum nachtaktive Tiere nie von den vielen Klippen und Abgründen in diesem Gebiet zu stürzen schienen, und ob sie in diesen Nächten besser sehen können als wir.

Auf einer meiner Reisen traf ich zufällig jemanden, der mit Hilfe von Nachtsichtgeräten die Tierwelt in diesem Gebiet erforschte. Dieser Forscher war so freundlich, mich durch sein Gerät ebenfalls die Tiere beobachten zu lassen. Dabei ist mir etwas aufgefallen, das ich ziemlich merkwürdig fand: Die Tiere schienen sich nachts exakt so gut zu bewegen wie am Tag. Kein Zögern, keinerlei Unsicherheit beim Fortbewegen war erkennbar. Ich sah sie bei völliger Dunkelheit durch Areale laufen und klettern, in denen ein Mensch selbst bei Tageslicht leicht stürzen könnte. Wie war das möglich?

Mir war klar, dass die meisten Tiere wahrscheinlich besser sehen als Menschen, aber WIE konnten sie sich in einer lichtlosen Nacht SO schnell und sicher bewegen? Ich kam zu dem Schluss, dass es nur eine Möglichkeit gab: Sie mussten die vorhandenen Geräusche der Umgebung nutzen, um per Echo zu orten.

Ein Wolf heult auf einer Klippe den Mond an - Grafik
Jahre später beobachtete ich mit dem Nachtsichtgerät eines Freundes einige Kojoten im Dunkeln. Ich sah dasselbe wie damals: Selbst in völlig mondlosen, bedeckten Nächten gab es kaum einen Unterschied in Schnelligkeit und Sicherheit der Bewegung zum hellen Tag. In allen Büchern, die ich gelesen hatte, stand jedoch, dass Hunde bzw. Wölfe kein Echoortungssystem haben. Ich war mir inzwischen sicher, dass diese Ansichten falsch waren, dachte aber lange Zeit nicht weiter darüber nach … bis ich meinen ersten blinden Diensthund sah.

Ich trainierte seit 2000 Diensthunde und wollte diesem Hund unbedingt helfen, aber ich wusste nicht wie. Einige Zeit später betrachtete ich den blinden Golden Retriever meiner Schwägerin, Jordy, als ich eine kleine Erleuchtung hatte: In den Büchern stand, dass Hunde nicht echoVokalisieren können. Sie sagten nicht, dass sie es nicht VERSTEHEN können, sondern nur, dass sie es nicht AUSSENDEN können.

Mir fiel auch auf, dass Jordy sich in den Bereichen seiner Umgebung, die eine harte Bodenoberfläche hatten, viel besser bewegen konnte. In einem Zimmer mit Teppichboden und weichen Möbeln rannte er einfach in alles hinein. Nach einigen Studien über die Echoortung bei Tieren kam ich zu dem Schluss, dass Caniden (= Hundeartige) Echoortung durchführen können. Sie sind nur einfach nicht in der Lage, die speziellen Hochfrequenztöne zu erzeugen, die von Tieren wie Fledermäusen und Delfinen zur Navigation und Jagd verwendet werden!

Ich beschloss, das Problem in Angriff zu nehmen! Da ich Ingenieur bin, machte ich mich also daran, einen hundegerechten Ultraschallsender zu entwickeln. Den ersten Prototyp testete Jordy 2013. Er schien das Gerät sofort zu mögen und zeigte keine Anzeichen dafür, dass er wieder loswerden wollte. Es dauerte nur wenige Stunden, bis er das Gerät zu benutzen begann, und etwa drei Wochen, bis er sich vollständig an seinen neuen Blick auf seine Umgebung gewöhnt hatte. Jordy rannte nicht mehr in irgendetwas hinein!

Das war der Beginn des BlindSight®-Projekts. Mitte 2014 wurde ein Patent angemeldet und beschlossen, diese Technologie nicht nur Diensthunden vorzubehalten, sondern sie der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Im Januar 2015 wurde Jordy dann mit einem verbesserten Gerät mit einem neuen versiegelten Wandler ausgestattet, der eine deutlich höhere Auflösung bietet. Zuvor war er drinnen schon recht selbstsicher gewesen, da er alles bis auf wenige Objekte mit weicher Oberfläche, wie z. B. Sofas gut orten konnte. Draußen jedoch blieb er noch etwas unsicher, weil er durch komplexe Objekte wie Büsche und Sträucher getäuscht werden konnte. Nach 2 Wochen mit dem verbesserten Gerät war Jordy in Innenräumen völlig sicher, und auch im Freien viel selbstbewusster!“

Warum „taube“ Hunde oft mehr hören, als wir Menschen denken

Hunde, die aus menschlicher Sicht taub zu sein scheinen, haben häufig noch ein sehr gutes, intaktes Hochfrequenzgehör! Denn das Gehör von Hunden funktioniert anders als das von Menschen. Sogar in der Art und Weise, wie ein Hörverlust von statten geht.

Wenn Menschen älter werden neigen sie dazu, zuerst die hohen Frequenzen zu verlieren. Deshalb klagen ältere häufig Menschen darüber, dass sie zwar hören, DASS jemand spricht, aber die Worte nicht gut verstehen können. Sie klagen darüber, dass sich alles wie „unter Wasser“ anhört. Dieses Phänomen ist in der Regel auf einen starken Hörverlust im Hochtonbereich zurückzuführen! Mit zunehmendem Alter ist zumindest ein Teil dieses Phänomens bei allen Menschen normal. Das Hochfrequenzgehör lässt bei Menschen normalerweise zuerst nach, der Rest des Hörbereichs erst später.

Bei Hunden ist das genau anders herum. Wenn ein Hund älter wird, verliert er in der Regel zuerst sein Gehör für tiefe Frequenzen, behält jedoch noch ein gutes Gehör für hohe Frequenzen (von 15 bis über 40 Kilohertz). Das ist der Grund, warum ein Hund, der im Alltag schon taub zu sein scheint und die Ansprache des Menschen ignoriert, immer noch aufgeregt zur Tür läuft, wenn ein fremdes Auto in die Einfahrt einfährt, oder ein Fremder an Ihrer Tür vorbeikommt.

Was der Hund in diesen Fällen hört, sind Hochfrequenztöne außerhalb des normalen menschlichen Hörbereichs. Er hört immer noch Töne, die Sie und ich nicht hören. Er kann nur nicht hören, was wir als „normale“ Töne und Sprache ansehen.

Die blinde Hündin Noa von Vivien Wittig mit ihrem BlindSight Dog Sonar - Hilfsmittel für blinde Hunde
Funktioniert das BlindSight® für jeden blinden Hund?

Das BlindSight®-Gerät verwendet Frequenzen oberhalb des menschlichen Hörbereichs, um Echoinformationen zu liefern, die vom Gehirn des Hundes „entschlüsselt“ werden können, um ein virtuelles Bild seiner Umgebung zu erstellen. Deshalb muss der blinde Hund ein gutes Hochfrequenzgehör haben, um ihm mit Echoortung helfen zu können. Wie oben erläutert ist dieser Hörbereich bei alten Hunde aber oft noch intakt, selbst wenn ein Hund schon taub erscheint. Deshalb kann das BlindSight® also sogar manchem blinden UND tauben Hund noch helfen.

Praktisch getestet werden kann dies mit einer normalen „lautlosen“ Hundepfeife. Diese Pfeifen erzeugen nämlich ebenfalls Töne im Hochtonfrequenzbereich, und sind nur deshalb für uns Menschen „lautlos“. Wenn ein Hund eine „lautlose“ Hundepfeife hören kann, kann er wahrscheinlich auch das Signal des BlindSight®-Geräts hören.

Weiße Hunde, Hunde mit Merle-Defekt, oder anderen Erkrankungen, welche häufig sowohl zu Taubheit als auch zu Blindheit führen, können je nach Ausprägung der Behinderungen eventuell schlechte Kandidaten für den Einsatz des BlindSight® sein.

Hunde mit kognitiven Einschränkungen, Deprivationssyndrom oder Demenz im Alter sind möglicherweise nicht in der Lage, sich an die Verwendung des Geräts zu gewöhnen, selbst wenn ihr Gehör ansonsten noch gut ist. Denn das BlindSight® benötigt die natürlichen, aber kognitiven Fähigkeiten Ihres Hundes, hochfrequenten Schall zu interpretieren.

WICHTIGER HINWEIS:

Die Entscheidung, einen blinden Hund mit einem BlindSight®-Gerät auszustatten, ist eine sehr schwerwiegende Entscheidung, und sollte gut überlegt werden. Denn sobald sich der Hund vollständig ans „Sehen“ über die Echoortung gewöhnt hat, wäre es grausam, es ihm wieder wegzunehmen. Als die erste Version des Geräts bei Jordy installiert wurde, hatte die Batterie eine Lebensdauer von weniger als einem Monat. Versehentlich wurde eine bereits leere Batterie als Ersatz für eine gebrauchte Batterie eingesetzt. Als das Gerät somit nicht funktionierte, verließ Jordy das Zimmer seiner Besitzer nicht, wirkte schlapp und fast wie krank, sodass man schon begann sich Sorgen zu machen. Bis der Fehler einige Tage später entdeckt und behoben wurde. Jordys gerade erst gewonnenes Selbstvertrauen war erstmal dahin, und es dauerte über eine Woche, bis er es wieder hatte. Seitdem wurde sehr darauf geachtet, diesen Fehler nie wieder zu machen! Bei manchen Hunden kann es also zu starkem Stress führen, wenn Ihnen das BlindSight®-Gerät nach erfolgreicher Gewöhnung daran wieder weggenommen wird, oder durch eine entleerte Batterie nicht mehr arbeitet. Obwohl die neuen Geräte eine deutlich längere Batterielaufzeit haben, ist es deshalb eine äußerst wichtige Aufgabe des Hundebesitzers dafür zu sorgen, dass absolut immer (!) Ersatzbatterien schnell zur Hand sind!

(frei übersetzt und gekürzt von Vivien Wittig, Quelle: Jordy Canid)

 

Hilfe für blinde Hunde – inzwischen auch Hilfe für blinde Pferde!

Inzwischen gibt es das BlindSight Sonar auch für Pferde und Ponys. Im Unterschied zum Sonar für Hunde ist dieses natürlich größer und schwerer. Außerdem befinden sich die Augen und Ohren von Pferden weiter seitlich am Kopf als bei Hunden, sodass Pferde einen anderen Sicht- und Hör-Bereich mehr seitlich als vorn haben. Die Firma Jordy Canid schreibt dazu: Das BlindSight-E ist ein aktiver SONAR-Sender, der auf die Bedürfnisse und das Gehör blinder Pferde und Ponys zugeschnitten ist. Mithilfe der Kompressionswellentechnologie wird ein einzelnes, sehr starkes Signal in zwei Signale aufgeteilt. Die beiden schmalwinkligen Signale werden von den abgewinkelten Anschlüssen in Linie mit jedem Auge ausgesendet. Die resultierenden Echos geben dem Pferd Informationen über Richtung, Entfernung, Größe und Beschaffenheit von Gegenständen und dem Raum um es herum. Die bevorzugte Montagemethode platziert das Gerät in einem Bereich, der natürlich durch das Pferd geschützt ist (unter dem Kopf am Halfter).

Hilfsmittel für blinde Hunde: Meine Erfahrungen mit „Blind Dog Halo“ u.ä.

Nach der plötzlichen Erblindung meiner Hündin Noa recherchierte ich im Internet nach Möglichkeiten, ihr die Umstellung und das blinde Leben zu erleichtern. Im Hinterkopf hatte ich, dass es solche Bügel um den Kopf gibt, die das gegen Gegenstände laufen des Hundes abbremsen. Wenn man nach „Blind Dog Halo“ oder „Blind Dog Safe Harness“ googlet, findet man entsprechende Produkte zum Kauf, oder auch Selbstbau-Anleitungen auf Youtube.

Die zu lesenden Bewertungen und Erfahrungsberichte zu Halo-Geschirren und -Halsbändern sind durchweg sehr durchwachsen. In vielen Fällen ist die Passform in Kombination mit einer stabilen Befestigung der Bügel am Hund schwierig. Der Bügel sitzt zu hoch oder zu tief am Hund, oder verbiegt sich einfach, sodass der Hund trotzdem überall dagegen läuft. Oder er schlackert am Hund herum, oder ist zwar stabil aber sehr schwer, und stört einfach nur. Manche Hunde bleiben damit oft irgendwo hängen. Und selbst, wenn ein Blind Dog Halo gut sitzt und tut, was es soll, empfindet auch nicht jeder Hund dieses Hilfsmittel tatsächlich als hilfreich. Blinde Hunde haben ja keine Hände, mit denen sie sich voran tasten können. Deshalb stupsen auch viele sehr erfahrene blinde Hunde sanft mit ihrer Nase oder anderen Körperteilen bewusst gegen Wände und Gegenstände oder laufen mit Körperkontakt an ihnen entlang, um sich zu orientieren. Genau dies verhindert ein tatsächlich funktionierendes Blind Dog Halo, und irritiert manche Hunde deshalb mehr, als es ihnen nützt.

Natürlich habe ich es mit meiner Noa trotzdem ausprobiert. Weil ich die Chance auf richtige Passform eines gekauften Halos an ihr als äußerst gering eingeschätzt habe, habe ich direkt mit Selbstbau-Möglichkeiten experimentiert. Ich habe ihr ein extra breites, sehr weich gepolstertes aber stabil sitzendes Halsband genäht, an dessen Seiten ich den Bügel aus verschiedenen Materialien anbringen konnte.

Technisch gut gepasst und funktioniert hat es dann. Meine Noa war von allen Versionen aber nicht wirklich begeistert. Genutzt haben wir es dann nur zeitweise die ersten Wochen direkt nach der Entfernung von Noa´s 2. Auge. Um die Haut des frisch verheilten, aber noch sensiblen und haarlosen Op-Bereichs vor Verletzungen durch Dagegenstoßen zu schützen. Weil Noa mit der regulären OP-Tröte keinen Schritt machen wollte.

Mein Fazit:

In meinen Augen KANN ein Halo bzw. Blind Dog Safe Geschirr am ehesten eventuell für sehr motivierte und bewegungsfreudige blinde Hunde hilfreich sein, die sich durch ihr quirliges und unbeeindrucktes Naturell ansonsten oft mit Schwung kräftig den Kopf stossen würden. Jedoch sollten auch diese Hunde niemals unbeaufsichtigt das Hilfsmittel tragen, weil sie sich leicht irgendwo verhaken und dann beim Befreiungsversuch verletzen könnten.

Gerade ängstliche oder durch die Erblindung verschüchterte Hunde scheinen durch ein Halo oft noch mehr verunsichert zu sein. Denn der Schutzbügel nimmt ihnen die Möglichkeit, sich langsam und vorsichtig mit der Schnauze tastend neu in der Welt zu orientieren.

Meine eigenen Erfahrungen mit dem „BlindSight Dog Sonar“

Während meiner Recherche war ich neben den Halo-Geschirren jedoch auch noch auf die Möglichkeit eines Sonar-Geräts für blinde Hunde gestoßen. Von so etwas hatte ich noch nie gehört, und war völlig fasziniert. Leider fand ich dazu auch nicht wirklich viel Material. Eine Hand voll, schon 6 Jahre und ältere Videos vom Erfinder auf Facebook und Youtube. Die dort angegebene Website existierte nicht mehr. Einige wenige Berichte und Videos nach längerer Suche in englischsprachigen Facebook-Gruppen…

Aber ich fand eine Mailadresse, schrieb „Jordy Canid“ in Amerika an und erhielt auch Antworten. Leider war die Firma aus gesundheitlichen Gründen und dann dem Tod des Erfinders Paul geschlossen worden. Seine Nachkommen wären jedoch dabei, sie nebenher langsam wieder aufzubauen. Ich erhielt die Zugangsdaten zu einer Archiv-Version der alten Website für mehr Informationen sowie aktuelle Preise.

Nachdem das 2. Auge entfernt wurde und Noa schon 2 Tage später sichtbar besser drauf war, habe ich das BlindSight Dog Sonar dann sofort per Email bei Jordy Canid bestellt…

Ich gestehe…so richtig konnte ich´s mir immer noch nicht genau vorstellen, wie das funktionieren sollte. Und ich hatte bis zuletzt durch den ungewöhnlichen Bestellablauf direkt per Mail ohne richtige Website usw. doch auch etwas Angst, mein Geld an einen unseriösen Anbieter in die Tonne zu werfen.

Dennoch war ich fasziniert, und wollte es die Chance für meine Noa, und auch mögliche andere blinde Hunde hier in Deutschland, nutzen und es ausprobieren. Durch den Import aus Amerika (für mich eine völlig neue Sache), Zollabwicklung usw. hat es dann noch 6 Wochen gedauert, bis ich sehr gespannt mein erstes BlindSight Dog Sonar in den Händen hielt.

Seitdem bin ich sehr froh, es probiert zu haben. Schon in den ersten 2 Tagen hat Noa ganz offensichtlich begonnen, das Sonarsignal zu verstehen und zu nutzen.

Bei Fragen, Wünschen oder Anregungen schreibe mir gern eine Mail an info@zauberhun.de oder rufe mich unter 0176 – 84671262 direkt an. Liebe Grüsse, eure Vivien und die Zauberhunde

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